Grußwort |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Namen des Vorstands der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) schicke ich Ihnen meine besten Wünsche zum 16. Internationalen Kongreß der Internationalen Studiengemeinschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin in Heidelberg. Sie greifen mit Ihrem Thema Anthropologie und Psychologie von Schwangerschaft und Geburt ein Thema auf, das auch für die Psychoanalyse als Wissenschaft und Praxis von großem Interesse ist. Psychoanalytiker haben in den vergangenen Jahrzehnten immer klarer die Bedeutung früherer Objektbeziehung für die psychische Entwicklung des Menschen erkannt und ihre Aufmerksamkeit vermehrt der Entstehung und Dynamik psychischer Störungen in den ersten Lebensjahren zugewandt. Zeugung, Schwangerschaft und Geburt sind Lebensereignisse, die von bewußten und unbewußten Phantasien und Wünschen und von intensiven Gefühlen begleitet werden. Längst bevor der kleine Mensch das Licht der Welt erblickt hat, ist er in der körperlichen, psychischen und sozialen Realität seiner Eltern, Geschwister, Großeltern und anderer wichtiger Bezugspersonen präsent erwartet und erhofft, oder auch gefürchtet oder sogar gehaßt. Die sehr frühen Erfahrungs- und Erinnerungsspuren beeinflussen die psychische Entwicklung und die Triebschicksale des Menschen entscheidend und behalten, wenn auch meist verborgen und unbewußt, ihren Einfluß bis ins hohe Alter.
Ihr Tagungsprogramm spiegelt in beeindruckender Weise die Interdisziplinarität, die unerläßlich ist, wenn man sich der überaus komplexen psychischen und sozialen Realität von Zeugung, Schwangerschaft und Geburt annähern und tragfähige pädagogische und therapeutische Konzepte entwickeln will. Ich bin sicher, dass Ihr Kongreß die Erkenntnisse und den Erfahrungsschatz im Feld der Anthropologie und Psychologie von Schwangerschaft und Geburt erweitern und vertiefen wird. Ich wünsche Ihnen eine anregende und fruchtbare Tagung.

Prof. Dr. Franz Wellendorf
Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft