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Die Forschung im Bereich der Pränatalen Psychologie und Medizin hat in den letzten Jahrzehnten beweisen können, dass in der vorgeburtlichen Zeit, unter der Geburt und danach wesentliche Muster des Erlebens und Verhaltens vorgeprägt werden. Diese Forschung erfolgte interdisziplinär auf den verschiedenen methodischen Ebenen der Hirnforschung, der psychobiologischen Entwicklungsforschung, der Stressforschung, der psychotherapeutischen Fallbeobachtung und der Selbsterfahrung und ebenso auf der Ebene der praktischen Erfahrung im Umgang mit Schwangerschaft und Geburt durch Hebammen, Geburtshelfer, Neonatologen, Babytherapeuten und andere. Die Eindeutigkeit dieser Forschungsergebnisse verlangt nach praktischen Konsequenzen der Weiterentwicklung unseres Umgangs mit Schwangerschaft, Geburt und Säuglingszeit. In diesem Sinne hat die ISPPM sich in den letzten Tagungen dieser Thematik zugewandt: Im Jahre 2006 gab es eine Tagung in Heidelberg zu den Ursachen des Schwangerschaftskonflikts und den daraus folgenden Konsequenzen. Auf dem internationalen Moskauer Kongress im Jahre 2007 war die Stellung des ungeborenen Kindes in der Gesellschaft das Thema. Dies führte zu der Notwendigkeit, die methodischen Ebenen in diesem Feld genauer zu charakterisieren, so dass heute der Boden bereitet ist, eine Tagung zur Frühprävention mit Einbezug der vorgeburtlichen Zeit und der Geburt zu planen. Sie wird vom 10. - 12. Oktober 2008 in Heidelberg führende Vertreter dieses Wissenschafts- und Praxisfeldes zusammenführen. Der Titel Prävention Früher Dialog umschreibt die Bedeutung der entwicklungsbestimmenden Wechselwirkung von Mutter, Vater und Kind von der vorgeburtlichen Zeit an. Hierzu wird die neueste Forschung auf den verschiedenen methodischen Ebenen dargestellt. Dabei reicht das Spektrum von der naturwissenschaftlichen Forschung bis zu empathischen und beziehungsklärenden Ansätzen. Das Tagungsthema erweitert die aktuelle Diskussion zur nachgeburtlichen Prävention und zur Verbesserung der Elternkompetenz in entscheidender Weise um die vorgeburtliche Dimension, deren grundlegende Bedeutung durch die oben genannte Forschung heute unumstritten ist. In diesem Sinne hat die ISPPM schon im Jahr 2005 eine Charta der Rechte des Kindes vor, während und nach der Geburt verabschiedet. Letztlich geht es um die Förderung der gesellschaftlichen Verantwortung für die psychosoziale Dimension des Lebensanfangs. Dieser Kongress gibt die Möglichkeit, diese faszinierenden neuen Entwicklungen kennen zu lernen. In gleicher Weise gibt er viele Anregungen zu praktischen Anwendungen im eigenen beruflichen Feld. Rupert Linder und Ludwig Janus |
Last updated on: 3. Mai 2008 by A.Bischoff