Vorgeburtliche Erfahrung als Quelle von Heilung

mit Franz Renggli, Basel

Von der Verhaltensforschung her ist bekannt, dass die emotional ersten Lernerfahrungen im Leben jedes Menschen- und Tierkindes von grundsätzlicher Bedeutung sind: Sie sind irreversibel, und d.h. nicht umkehrbar, was als Prägung bezeichnet wird. In dieser höchst sensiblen ersten Lebenszeit wird in allen Hochkulturen eine Mutter und ihr Baby voneinander getrennt. Dabei gilt: je höher die Kultur entwickelt ist, desto radikaler wird diese Trennung vollzogen, was als Einpassung in das entfremdete Leben der Städte verstanden werden kann. Das bedeutet: In der Tiefe der menschlichen Seele aller Hochkulturen ist ein weinendes, verzweifeltes und tobendes Baby verborgen.

Von der pränatalen Psychologie und Psychotherapie her ist heute bekannt, dass das Seelenleben eines Menschen nicht erst nach der Geburt beginnt, sondern schon während der ganzen Schwangerschaft vorhanden ist: Ein Baby im Bauch seiner Mutter ist ein voll bewusstes menschliches Wesen seit allem Anfang an, seit der Zeugung. Und die Geburt ist wahrscheinlich die intensivste mögliche Angsterfahrung im Leben eines jeden Menschen.

Bewusst können wir uns nicht erinnern an diese erste Lebenszeit: an die Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und an die Babyzeit. Jedoch sind diese allerfrühesten Erfahrungen und Prägungen in unserem Körper gespeichert und „eingebrannt“. So ein kleines „verletztes inneres Baby“ tragen wir alle in uns – schon seit tausenden von Jahren, seit es Hochkulturen gibt, siehe mein Buch: Der Ursprung der Angst.

Kosten: Fr. 480.-- im Kientalerhof, Fr. 600.-- in Basel