AutorIn(en): W.E. Freud
Titel: Shamanic Midwifery - Every Mother a Midwife
AutorIn(en): J.P. Baker
Titel: "A Time to Be Reborn" - A Case Report
AutorIn(en): A. Galati
Titel: Social Regression and the Global Prevalence of Abortion
AutorIn(en): J.C. Sonne
Titel: "If we weren't for these pictures ..." - Joseph Beuys
AutorIn(en): D. Arnold
Titel: "Riß in der Beziehung" - Gedanken über die Therapie eines Sechsjährigen, der zu früh geboren wurde
AutorIn(en): B. Friedrich
AutorIn(en): C. Leyh
Titel: Brutkastenerfahrung - Verletzung des Selbst: Klaus M.
AutorIn(en): B. Hungar
Titel: "Wenn ich diese Bilder nicht hätte ..." - Joseph Beuys
AutorIn(en): D. Arnold
Titel: Ultrasound Research on Prenatal Life: Transcripts of a Clinical Experience
AutorIn(en): D.A. Nesci, T.A. Poliseno, S. Averna, A.K. Mancuso, L. Ancona, and S. Mancuso
Titel: Being a Son - Becoming a Father: A Mourning Process
AutorIn(en): M. Sednaoui-Mirza and I. Krymko-Bleton
Titel: Birth Memories, Psychotherapy, and Philosophy
AutorIn(en): P.M.S. Ingalls
Titel: Restaging Fetal Traumas in War and Social Violence
AutorIn(en): L. deMause
Titel: Neue Wege im Umgang mit vorzeitigen Wehen in der geburtshilflichen Praxis
AutorIn(en): C. Schulz-Züllich
Titel: Psychosomatische Aspekte der drohenden Frühgeburt
AutorIn(en): R. Linder
Titel: Nachstationäre Betreuung von Familien frühgeborener Säuglinge
AutorIn(en): E. Vonderlin und O. Linderkamp
Titel: Tod als Geburt. Das altägyptische Jenseits, das Unbewußte und der Flammensee
AutorIn(en): Edmund Hermsen
Titel: Isolation, Rejection and Communion in the Womb
AutorIn(en): T.R. Verny
Titel: Dreams and the Reconstruction of Infant Trauma
AutorIn(en): L. Share
Titel: Interpreting the Dread of Being Aborted in Therapy
AutorIn(en): J.C. Sonne
Titel: Psychosomatic Aspects of Impending Premature Delivery
AutorIn(en): R. Linder
Titel: Der intrauterine Mutterrepräsentant
AutorIn(en): J. Raffai
Titel: Das unwillkommene Kind und sein Todestrieb
AutorIn(en): L. Janus
Titel: Weniger Geburtstraumen durch Doula-Begleitung. Eine alte Tradition neu entdeckt
AutorIn(en): C. Hurst Prager
Titel: Riten des Übergangs in einigen östlichen Kulturen
AutorIn(en): H. Blazy
Titel: Wilhelm Reich: Studies of Earliest Childhood
AutorIn(en): Morton Herskowitz
AutorIn(en): Athanassios Kafkalides
Titel: "Derepression and Reprocessing": Food for Thought from a Patient
AutorIn(en): Paula M.S. Ingalls
Titel: Prenatal Themes in Rock Music
AutorIn(en): John C. Sonne
Titel: Am Ursprung der seelischen Welt Initiationsmuster und therapeutischer Prozeß
AutorIn(en): Ralf Bolle
AutorIn(en): Dorothea Fuckert
Titel: Erlebnisgedächtnis, Wiedererleben und posttraumatische Störungen
AutorIn(en): Siegfried Petry
Titel: Einbeziehung der Eltern Frühgeborener in Pflege und Entscheidungen
AutorIn(en): Friedrich Porz
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AutorIn(en): W. Ernest Freud
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 5-14
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Überlegungen zum Verständnis des zukunftsträchtigsten Paradigmus der neonatologischen Intensivversorgung: Einige essentielle und weniger offensichtliche Aspekte des Marcovich-Modells.
Zusammenfassung: Das Ziel dieses Artikels ist im Titel ausgedrückt. Einige wesentliche Bestandteile der Marcovich-Methode der neonatologischen Intensivversorgung werden charakterisiert und beschrieben. Sie sind weniger offensichtlich und weniger leicht erfaßbar als viele Parameter der konventionellen neonatologischen Intensivversorgung. Die Kurzzeitergebnisse der Arbeit von Dr. Marcovich waren hervorragend und fanden internationale Beachtung und Anerkennung. Die Untersuchung der Langzeitergebnisse - insbesondere die emotionale Entwicklung der "Marcovich-Babys" sollte deshalb vorangetrieben werden.
Titel: Shamanic Midwifery Every Mother a Midwife
AutorIn(en): Jeannine Parvati Baker
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 15-20
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Die schamanische Dimension der Geburtshilfe - jede Mutter ist eine Geburtshelferin
Zusammenfassung: Die These der Autorin ist, daß die Babys in einer freundlichen und bezogenen Weise zu Hause geboren werden sollten, wobei jede Mutter ihre eigene Geburtshelferin ist und nur von ihrem Geliebten, dem Vater des Babys, in umfassender Weise unterstützt wird. Dieser Artikel zeigt auf, wie man das innere Wissen der Mutter um ihre Kraft zu gebären stärken kann. Als schamanische Geburtshelferin betont die Autorin, daß es wichtig ist, Bezug zu den inneren Quellen der eigenen Intuition zu haben und die Mütter darin zu unterstützen, ihre Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Pränatale und Perinatale Psychologie wird dabei genutzt, Imagination und beseelende Beziehung ins Zentrum des Umgangs mit der Geburt zu rücken und die Geburt wieder zu einem Ereignis in der Familie werden zu lassen, bei dem die Experten im Hintergrund bleiben. Der Artikel schließt mit der Einladung an die Fachleute der Geburtshilfe und Perinatalmedizin, dazu beizutragen, daß jedes Baby bei seiner Geburt von liebenden Menschen begrüßt wird und die Geburt selbst eine Demonstration der Möglichkeiten der Familie ist.
Titel: "A Time to Be Reborn" - A Case Report
AutorIn(en): Anna Galati
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 21-26
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: "Zeit für eine Wiedergeburt und einen Neuanfang" - Ein Fallbericht.
Zusammenfassung: Frau M. war geschieden und hatte zwei Kinder. Sie begann mit Autopsychognosia, einem therapeutischen Vorgehen mit Verwendung von psychedelischen Substanzen, im Alter von 20 Jahren. Das Leitsymptom war damals ein Entfremdungszustand. In den ersten zwei Jahren hatte sie ungefähr jeden Monat eine Autopsychognosia-Sitzung. Danach hatte sie im Durchschnitt zwei Sitzungen alle zwei Jahre, um ihr Selbstbewußtsein weiter zu fördern. Frau M. beschreibt die Erinnerungen und Einsichten während der Therapie. Sie bezieht ihre Gefühle, Körperzustände, Verhaltensmuster und Abwehrmechanismen in der Ehe, während der Trennung und nach der Trennung auf Erfahrungen als Embryo im Mutterleib, während und nach der Geburt. Sie verstand, daß die Ehe ein Mutterleibsersatz war, und das Eheleben das Leben im Mutterleib symbolisierte. Die Trennung symbolisierte die Ausstoßungserfahrung der Geburt, und die Anpassung an das Leben nach der Trennung symbolisiert die Anpassung an das Leben nach der Geburt. Die durch die Autopsychognosia erreichten Einsichten halfen Frau M., die rigiden, repetitiven und schmerzlichen Verhaltensmuster, die sie während ihres fötalen Lebens und nach der Geburt entwickelt hatte, zu verstehen und zu flexibleren und gesünderen Verhaltensweisen zu entwickeln. In diesem Sinne fühlt sie, daß sie für ein neues Leben wiedergeboren ist, in dem sie glücklicher sein darf. Die persönlichen Wiederbelebungen von frühen Erfahrungen und die Einsichten von Frau M. werfen wichtige theoretische und praktisch-therapeutische Fragen auf, die weiterer Erforschung bedürfen.
Titel: Social Regression and the Global Prevalence of Abortion
AutorIn(en): John C. Sonne
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 27-46
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Gesellschaftliche Regression und die globale Verbreitung der Abtreibung.
Zusammenfassung: Dieser Artikel belegt die These, daß die hohe und wenig kommentierte globale Verbreitung der Abtreibung von 25% der ungeborenen Kinder weltweit eine unbewußte Abtreibungsangst mobilisiert, die verleugnet und verdrängt wird. Sie ist jedoch im Unbewußten der meisten Menschen mehr oder weniger nachweisbar. Diese Angst und die Abwehr dagegen werden in versteckter oder offener Weise in einer individuellen und gesellschaftlichen Regression ausgelebt. Ein Beleg für die soziale Verleugnung dieser Angst wird darin gesehen, daß die enorme Verbreitung der Abtreibung nicht thematisiert wird, während andere Formen sozialer Regression breit behandelt werden. Wenn auch in diesem Artikel auf Statistiken Bezug genommen wird, um die Verbreitung von sozialer Regression und Abtreibung zu dokumentieren, so ist jedoch der qualitative Gesichtspunkt noch wichtiger als der quantitative. Das Argument für Abtreibung, es gebe zu viele Menschen auf der Welt, wird auf seine unbewußte Dynamik hinterfragt, und die Bedeutung der negativen Auswirkung der Abtreibung auf wirklich vertrauensvolle menschliche Beziehungen wird betont.
AutorIn(en): Dieter Arnold
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 47-56
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: "Wenn ich diese Bilder nicht hätte ..." - Joseph Beuys. Prä- und perinatale Bezüge und ihre Um-Formung im "Lebenslauf/Werklauf" - Eine Annäherung
Zusammenfassung: Bald zehn Jahre nach dem Tod von Joseph Beuys, werden zunehmend Anstrengungen zur Rezeption seines Werkes unternommen. Seine Arbeiten scheinen wesentliche Themen unserer momentanen Existenz anzusprechen, Die exemplarische Autobiographie, der Anreiz zur plastischen Selbst-Beschreibung und -Umformung, ist das zentrale Motiv bei Joseph Beuys, Bezugnehmend auf dieses "Lebensnetz", soll, insbesondere an Beispielen aus dem Frühwerk, gezeigt werden, wie der Künstler versucht, durch Rück-Wege, Rück-Führungen auf frühe Entwicklungsinhalte, neue Sehmöglichkeiten des Gegenwärtigen zu schaffen. Hieraus ergibt sich eine für Joseph Beuys typische Um-Formung seiner Bilder durch Veränderung von Darstellungsform und Materialausgestaltung bis hin zur sozialen Transformation. In besonders konkretischer Form finden sich gerade im Frühwerk Auseinandersetzungen des Künstlers mit Plazenta- und Nabelschnur-Symbolik sowie mit deren nutritiven und zirkulatorischen Phänomenen, eingebettet in Themen der Geburt und des Weiblichen, Diese Bereiche werden von Beuys in oft ambivalenter Weise dargestellt. Ihre Bedeutung in der heutigen Beuys-Rezeption ist noch weitgehend unerschlossen.
Titel: "Riß in der Beziehung" - Gedanken über die Therapie eines Sechsjährigen, der zu früh geboren wurde
AutorIn(en): Barbara Friedrich
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 65-71
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Die Verfasserin hat als Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin einige frühgeborene Kinder behandelt. Keines der Kinder war therapiebedürftig geworden allein deswegen, weil es zu früh geboren worden war. In allen Fällen zeigte sich, daß die zu frühe Geburt nicht als isoliertes Ereignis zu verstehen war, sondern als ein Ereignis im Kontinuum der elterlichen Geschichte. Am Bericht über die Behandlung eines Sechsjährigen wird gezeigt, wie das Szenarium der vorzeitigen Geburt sich vor einem dramatischen Hintergrund entfaltet und sich nach einem inneren Plan weiterentwickelt bis zu einer Eskalation. In der Therapie kann das innere Chaos schließlich gelöst und der "frühe Riß in der Beziehung" aufgehoben werden.
AutorIn(en): Carola Leyh
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 73-83
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Am Beispiel von zwei frühgeborenen Patienten wird aufgezeigt, daß es einen Zusammenhang zwischen fötalem und postnatalem Leben gibt und daß sich Intrauterinbeziehungsstörungen innerhalb der Übertragungsbeziehung in Patiententräumen, Phantasien und spielerischen Inszenierungen zeigen. Prä- und perinatale Störungen sind so gesehen in jeder Situation der Entwicklung abrufbar, weshalb psychoanalytisches Denken erweitert wird, wenn man die vorgeburtliche und geburtliche Zeit als Erlebenswirklichkeit mitberücksichtigt, v.a. im Hinblick auf Patienten mit sog. Grundstörungen.
AutorIn(en): Barbara Hungar
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 85-88
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Die Verfasserin beschreibt, daß die Gefühle der Einsamkeit und Todesangst im Brutkasten zu einer Störung in der Entwicklung der visuellen Wahrnehmung der Mutter führen und in der Folge zu anderen Personen und Objekten der Umwelt. Das Kind kann keine Bindung herstellen.
AutorIn(en): Dieter Arnold
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 1, 89-110
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Bald zehn Jahre nach dem Tod von Joseph Beuys werden zunehmend Anstrengungen zur Rezeption seines Werkes unternommen. Seine Arbeiten scheinen wesentliche Themen unserer momentanen Existenz anzusprechen. Die exemplarische Autobiographie, der Anreiz zur plastischen Selbst-Beschreibung und -Umformung ist das zentrale Motiv bei Joseph Beuys. Bezugnehmend auf dieses "Lebensnetz" soll, insbesondere an Beispielen aus dem Frühwerk, gezeigt werden, wie der Künstler versucht, durch Rück-Wege, Rück-Führungen auf frühe Entwicklungsinhalte, neue Sehmöglichkeiten des Gegenwärtigen zu schaffen. Hieraus ergibt sich eine für Joseph Beuys typische Um-Formung seiner Bilder durch Veränderung von Darstellungsform und Materialausgestaltung bis hin zur sozialen Transformation. In besonders konkretischer Form finden sich gerade im Frühwerk Auseinandersetzungen des Künstlers mit Plazenta- und Nabelschnur-Symbolik sowie mit deren nutritiven und zirkulatorischen Phänomenen, eingebettet in Themen der Geburt und des Weiblichen. Diese Bereiche werden von Beuys in oft ambivalenter Weise dargestellt. Ihre Bedeutung in der heutigen Beuys-Rezeption ist noch weitgehend unerschlossen.
Titel: Ultrasound Research on Prenatal Life: Transcripts of a Clinical Experience
AutorIn(en): D.A. Nesci, T.A. Poliseno, S. Averna, A.K. Mancuso, L. Ancona, and S. Mancuso
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 139-143
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Ultraschalluntersuchung des pränatalen Lebens - Transkripte einer klinischen Erfahrung
Zusammenfassung: Die Autoren begleiteten 13 Risikoschwangerschaften auf der geburtshilflichen Station einer Universitätsklinik. Das interdisziplinäre Team aus Psychiatern und Gynäkologen arbeitete mit einer Methodologie, die auf der Idee beruhte, daß ursprüngliche menschliche Gruppen in einer primären Weise kreativ und mütterlich sind. Dabei wird die menschliche Schwangerschaft als ein psychosomatisches und gleichzeitig psychosoziales Phänomen gesehen. Deshalb war das Gruppensetting so aufgebaut, daß um die schwangere Mutter und das Ultraschallgerät herum eine Gruppe von Beobachtern saß. Aus den Transkripten der Nachbesprechung von einer solchen klinischen Erfahrung ist es möglich, einiges von der unbewußten Dynamik der menschlichen Schwangerschaft aufzudecken und zu erforschen.
Titel: Being a Son - Becoming a Father: A Mourning Process
AutorIn(en): Madeleine Sednaoui-Mirza and Irène Krymko-Bleton
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 145-156
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Sohn sein - Vater werden: Ein Trauerprozeß
Zusammenfassung: Vaterschaft vor der Geburt eines Kindes ist ein Prozeß, bei dem es um die Aufgabe der Sohnesrolle geht (Legendre 1985, 1989). Diese Rollenveränderung geht mit Wiederholungen von frühen ödopalen Beziehungsmustern einher. Deutsher (1981) beschreibt die Übernahme der Vaterrolle während der Schwangerschaft als einen Prozeß der Abstimmung und Verbundenheit mit der Frau, die mit seinem Kind schwanger ist. Dies setzt eine gewisse Reife und Einfühlungsfähigkeit voraus, deren Wurzeln in Identifizierungen mit der Mutter und mit dem Vater liegen. Herzog (1982) hat in seiner Untersuchung der Vaterschaft beobachtet, daß männliche Kinder, die ihren Vater früh verloren haben, einen "Vaterhunger" entwickeln, der ihre Fähigkeit als Erwachsene zur Abstimmung mit ihrer Frau und zur Übernahme verantwortlicher Elternschaft beeinträchtigt. Eine explorative Untersuchung (Sednaoui-Mirza, Bleton u. Lortie 1991) bei Männern, deren Frauen ohne körperliche Ursache eine Risikoschwangerschaft entwickelten, ein gemeinsames Problem hatten: während ihrer frühen Kindheit erlitten die Familien dieser Männer schwere Verluste (Scheidung, Trennung, Tod), die zu dem "Syndrom der toten Mutter" (Green 1986) führten, das als eine plötzliche psychische Unerrreichbarkeit der Mutter für ihr Kind beschrieben wird. Als Erwachsene vermeiden diese Männer eine Vaterschaft oder sind dabei durch ungelöste ödipale Rivalität bestimmt. Diese Ergebnisse werden mit vier unterschiedlichen klinischen Beispielen illustriert, die die verschiedenen Muster des Erlebens und Verhaltens bei dieser Problematik während der Schwangerschaft der Frau beschreiben. Im Gegensatz zu der Schlußfolgerung von Herzog zeigt das Ergebnis dieser Studie die Bedeutung beider Eltern für den Trauerprozeß, der dem Mann ermöglicht, die Sohnesrolle aufzugeben und sich auf die Vaterschaft vorzubereiten.
Titel: Birth Memories, Psychotherapy, and Philosophy
AutorIn(en): Paula M.S. Ingalls
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 157-170
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Geburtserinnerungen, Psychotherapie und Philosophie
Zusammenfassung: Traumatische vorgeburtliche und geburtliche Erfahrungen bedeuten für die Psychotherapie besondere Schwierigkeiten, z.B. globale Verdrängung, Fehlen von sprachlicher Repräsentation im Unbewußten und Bewußten und späterhin ein Widerstand gegenüber wirklicher Echtheit. Unbewußte Konflikte haben eine philosophische Dimension, die in den körperlichen, gefühlsmäßigen und psychologischen Symptomen enthalten ist.
In Amerika sind in der Geburtshilfe, Neonatologie und Entwicklungspsychologie materialistische Meinungen und Praktiken vorherrschend. Frühgeburten und Neugeborene werden unter dem Blickwinkel ihrer unzulänglichen nervlichen Organisation gesehen. Doch in Wirklichkeit ist das neugeborene Kind ein entschieden individuelles Wesen. Von daher steht der frühgeborene Säugling oder der Neugeborene im Spannungsfeld zwischen den "Philosophien" einer Anerkennung des Individuums und einer brutalen materialistischen Setzung "Macht ist Recht".
Auch ohne Sprache und reflexives Denken bei der Geburt entwickelt der Neugeborene entsprechend seinen Erfahrungen in seiner Entwicklung eine primäre "Philosophie". Traumatische Geburtserfahrungen führen zu unbewußten Vorstellungen, die im Widerspruch zu den bewußten Einstellungen des Erwachsenen stehen können. Bevor eine wirkliche metapsychologische, also philosophische Veränderung in den Einstellungen erreicht werden kann, müssen die traumatischen Gedächtnisinhalte wiedererinnert werden und sprachlich ausgedrückt, geprüft und konzeptualisiert werden. Echte Wahrhaftigkeit beruht auf der Voraussetzung: Wo es eine Anklage gibt, muß auch ein Geständnis gemacht werden. Um zu überleben, hat der Neugeborene seine Autonomie und seine Individualität durch Verdrängung und Einengungen aufgegeben, was vom inneren Selbst ausgeht. Gefühlsmäßig besteht ein Konflikt zwischen verdrängter und unverdienter Schuld und gerechtfertigtem Ärger.
Titel: Restaging Early Traumas in War and Social Violence
AutorIn(en): Lloyd deMause
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 171-211
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Die Reinszenierung früher Traumen in Krieg und sozialer Gewalt
Zusammenfassung: Die Analyse gemeinsamer nationaler Phantasien vor Kriegen enthüllte das Motiv wiederkehrender Ängste vor einem vergiftenden, blutsaugenden mütterlichen Monster. Die Angreifer sagen regelmäßig, daß sie zum Krieg gezwungen seien, weil sie sich eingeschnürt fühlten, daß ihnen die Luft zum Atmen genommen würde und sie "Lebensraum" brauchten. Dies führt zu der Vermutung, daß der Krieg eine in der jeweiligen Nation geteilten Wiedergeburtsphantasie von enormer Macht ist, die fötale Traumen auf der historischen Bühne reinszeniert. Eine Übersicht über die neueste Forschung zum affektiven Erleben des Föten führt zu dem Schluß, daß der Fötus in seiner Entwicklung wiederkehrenden Streßsituationen ausgesetzt ist, von denen eine das Einströmen von hyperämischem Blut aus der Plazenta ist, auf die wahrscheinlich das emotionale Muster für spätere Ängste vor vergiftendem Blut zurückgeht. Die Reinszenierung früher Traumen ist in diesem Sinne ein homöostatischer Mechanismus des Gehirns, der das Ziel hat, auf der sozialen Ebene von Nationen durch Kriege und soziale Gewalttätigkeiten eigene Hilflosigkeit dadurch zu bewältigen, daß wir unsere Traumen an den anderen als Sündenböcken ausleben.
Titel: Neue Wege im Umgang mit vorzeitigen Wehen in der geburtshilflichen Praxis
AutorIn(en): Christine Schulz-Züllich
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 219-226
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Es wird ein partnerschaftliches Therapiekonzept zwischen werdender Mutter und Ärztin vorgestellt. Die heutige Schwangere befindet sich zunehmend im Zielkonflikt zwischen der fürsorglichen guten Mutter und dem leistungs- und karriereorientierten Berufsleben. Durch Konflikte entstehen häufig vorzeitige Wehen und Frühgeburten. Die Therapie besteht in ausführlicher Information über die variablen Symptome der vorzeitigen Wehen, in offensiver Aufnahme und Konfrontation mit dem eigenen Streß und in mutmachender Suche nach Entlastung. Durch diese Ichstärkung wird eine gute Compliance der gemeinsamen Therapie erreicht. Die anderenorts uneffektive medikamentöse Therapie erübrigt sich weitgehend. So konnte in den letzten zehn Jahren die Frühgeborenenrate auf ein Minimum reduziert werden.
Titel: Psychosomatische Aspekte der drohenden Frühgeburt
AutorIn(en): Rupert Linder
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 227-231
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: In einer gynäkologisch-psychotherapeutischen Praxis liegt die Frühgeburtenrate seit 7 Jahren bei ca. 1%, davon wurden nur 2 von 700 Kindern früher als in der 36. SSW geboren. Unter der Annahme des wesentlichen Einflusses psychosomatischer Faktoren scheinen bei der drohenden Frühgeburt (DF) die auf das Ungeborene nach unten wirkenden Kräfte verstärkt zu werden. Bei Einsicht der werdenden Mutter ist jedoch durch unterstützende, lösungs- und konfliktorientierte Interventionen möglich, daß bei Entspannung der Mutter und Lösung der Konflikte sich die geburtshilflichen Befunde und das Befinden der werdenden Mutter deutlich verbessern. Als ergänzende medizinische Maßnahmen kommen phytotherapeutische, homöopatische Medikamente, das Arabin-Cerclagepessar und erstaunlich selten stationäre Krankenhausbehandlung, zum Einsatz.
Titel: Nachstationäre Betreuung von Familien frühgeborener Säuglinge
AutorIn(en): Eva Vonderlin und Otwin Linderkamp
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 233-242
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Die Frühgeburt eines Kindes ist für die Eltern mit zahlreichen Belastungen verbunden. Auch nach dem stationären Aufenthalt des Kindes sind oftmals besondere Pflegemaßnahmen erforderlich. Darüber hinaus besteht gegenüber Familien mit reifen Neugeborenen sowohl von seiten der Kinder als auch von seiten der Eltern ein erhöhtes Risiko für Interaktionsprobleme. Längsschnittstudien zeigen, daß vor allem kleine Frühgeborene unter 32 Schwangerschaftswochen vermehrt Auffälligkeiten im Verhaltensbereich entwickeln. Gleichzeitig belegen diese Studien die enorme Bedeutung sozialer und psychologischer Faktoren für die weitere Entwicklung der Risikokinder. Aus diesen Gründen werden spezifische Angebote zur Nachbetreuung von Frühgeborenen und deren Familien gefordert. Interventionsstudien aus den USA belegen die Effektivität solcher Nachsorgeprogramme.
Titel: Tod als Geburt. Das altägyptische Jenseits, das Unbewußte und der Flammensee
AutorIn(en): Edmund Hermsen
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 2, 243-258
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: In der altägyptischen Kosmologie sind alle Lebens- und Weltbereiche miteinander verbunden. Der Übergang von einer Welt zur anderen wird mit einer Geburt gleichgesetzt. Die Weltentstehung selbst wird im kosmogonischen Mythos von Hermopolis als Geburt des Sonnengottes verstanden. Dieser Geburtsvorgang, der sich allmorgendlich im Sonnenaufgang wiederholt, ist von den Kräften des Nicht-Sein bedroht. Gleichzeitig garantiert das Potential des Nicht-Seins die notwendige Regeneration des Lebens (auch im Jenseits). Das Nicht-Sein reicht in die Welt hinein, so kann der Schläfer im Traum die "andere Welt" (das Unbewußte) betreten. Das Jenseits und das Nicht-Sein werden manchmal mit dem Unbewußten identifiziert. Allerdings reicht der moderne Begriff des Unbewußten entschieden weiter. Der Tod führt durch die gewalttätige Zerstörung - wie im Osiris-Mythos - zu einem neuen Leben im Jenseits. Auch dieser Initiationsritus in die Jenseitswelt wird in einer Geburtssymbolik zum Ausdruck gebracht. Nur durch den Tod erwirbt sich der Verstorbene die Kindschaft der Himmelsgöttin. Wie beispielhaft die Horus-Geburt zeigt, gehen Geburtserfahrungen mit Krisen einher. Die bisher geschilderte Symbolik bündelt sich im Flammensee in der Jenseitskarte des Zweiwegebuches. Im Feuer und in den Flammen werden wie im Nicht-Sein lebenszerstörende und lebenserhaltende Weltaspekte symbolisiert, die vielleicht - nach einem psychohistorischen Erklärungsmodell - aus realen Geburtserfahrungen abgeleitet werden können. Das altägyptische Jenseits als engrammatischer unbewußter Speicher läßt somit die Lebenserfahrungen der alten Ägypter erkennen.
Titel: Isolation, Rejection and Communion in the Womb
AutorIn(en): Thomas R. Verny
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 287-294
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Isolation, Zurückweisung und Verbundenheit im Mutterleib
Zusammenfassung: Die meisten Menschen, seien es nun Laien, Wissenschaftler oder Akademiker, haben eine ganze Reihe von irrigen Annahmen über das vorgeburtliche Leben. Zwei besonders häufige sind: Erstens, daß der Uterus ein Platz vollendeten Friedens und von Harmonie und Freude sei, und zweitens, daß unsere geistigen Fähigkeiten sich erst nach der Geburt entwickeln, d.h. daß Babys vor der Geburt geistlose Kreaturen sind. Warum nur dieser hartnäckige Widerstand, wenn die Beweise für das Gegenteil so überwältigend sind? Ich glaube, der Grund hierfür liegt in einer kollektiven unbewußten Abwehrhaltung gegen die Gefahr einer Wiedererregung und Wiedererweckung tief verdrängter Gefühle intrauteriner Zurückweisung, Isolation und Getrenntheit. Sogar jemand, der vorgeburtlich das Glück hatte, keinen toxischen mütterlichen oder väterlichen Gefühlen ausgesetzt zu sein, würde ein Wiedererleben des vorgeburtlichen Zustandes im Vergleich zu seiner jetzigen Situation als schmerzhaft empfinden. Mit anderen Worten, unabhängig davon, ob man eine gute oder schlechte vorgeburtliche Situation hatte, will man nicht daran erinnert werden. Nun haben sich die Teilnehmer dieses Kongresses auf unterschiedliche Weise hiermit auseinandergesetzt, haben sich ihren Ängsten gestellt und sie überwunden und sind nun bereit, sich mit den Tatsachen zu konfrontieren. Eine dieser Tatsachen besteht darin, daß das ungeborene Kind auf die mütterlichen Gefühle antwortet und durch sie bewegt wird. Dieser Artikel unternimmt es, die mütterlichen Gefühle und Einstellungen, die die Ausbildung eines starken Ichs und einer gesunden Leib-Seele-Kontinuität fördern, zu untersuchen, und ebenso die Gefühle und Einstellungen zu erfassen, die im Kind vor der Geburt Niedergeschlagenheit und Verzweiflung auslösen. Wir wollen die Auswirkung elterlicher Botschaften auf das ungeborene Kind und den Neugeborenen bestimmen und nicht die Wege der Kommunikation zwischen Eltern und vorgeburtlichem Kind untersuchen. Diesen Fragen sind wir an anderer Stelle nachgegangen (14, 15). Unser Fokus wird dabei die Auswirkung negativer elterlicher Gefühle und Haltungen auf das ungeborene Kind sein, wenn auch die Auswirkung positiver vorgeburtlicher elterlicher Einstellungen kurz untersucht wird.
Titel: Dreams and the Reconstruction of Infant Trauma
AutorIn(en): Lynda Share
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3. 295-316
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Träume und die Rekonstruktion des frühen Traumas
Zusammenfassung: Aufbauend auf den psychoanalytischen Entdeckungen von Bernard Bail zeigt dieser Artikel, daß die frühesten Erfahrungen des Lebens, insbesondere die frühesten traumatischen Erfahrungen, im Unbewußten des Kindes bewahrt werden und dann im Laufe des Lebens in Verhaltensweisen, Symptomen und charakterlichen Eigenheiten ausgelebt werden. Der Artikel zieht zur Unterstützung dieser Aussage Forschungen aus der Kinderpsychiatrie, Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und der psychoanalytischen Kinderbeobachtung heran. Drei klinische Vignetten, in denen Bails Methode der Traumanalyse verwendet wird, werden vorgestellt, um zu zeigen, wie sogar vorgeburtliche und frühe nachgeburtliche Erfahrungen im psychotherapeutischen Setting zugänglich sein können. Die Arbeit zeigt die andauernden Auswirkungen frühester Traumatisierung und stellt einen Beitrag zur Untersuchung anfänglicher seelischer Zustände dar.
Titel: Interpreting the Dread of Being Aborted in Therapy
AutorIn(en): John C. Sonne
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 317-339
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Die Interpretation der Gefahr, in der Therapie abgetrieben zu werden
Zusammenfassung: Dieser Artikel will zeigen, wie sich Auswirkungen von vorgeburtlichen Traumen in Form von Übertragungen in unterschiedlichen pathologischen Symptomen im nachgeburtlichen Leben ausdrücken können. Eine in die Tiefe gehende Untersuchung, wobei eine ganz offene und unvoreingenommene Einstellung des Therapeuten Voraussetzung ist, enthüllt oft, daß das traumatisierte vorgeburtliche Kind im Patienten von Anfang an eine Veranlagung entwickelt, aus der heraus es zu wiederholten nachgeburtlichen symbolischen Reinszenierungen des ursprünglichen pränatalen Traumas kommt. Diese Veranlagung kann nicht einfach als Ausdruck einer genetischen Anlage betrachtet werden. Die umgebende Familiensituation hat entscheidenden Einfluß sowohl bei der Verursachung des pränatalen Traumas wie auch seiner Heilung oder Verstärkung im nachgeburtlichen Leben. Die Bedeutung der vom traumatisierten vorgeburtlichen Kind im Patienten ausgehenden Botschaften sind für diesen "bekannt, aber ungedacht", es sei denn, die assoziativen Verbindungen können in der Therapie hergestellt und interpretiert werden. Solche Interpretationen verlangen vom Therapeuten, daß er sich in das vorgeburtliche Erleben und die vorgeburtliche Beziehung einfühlen kann und ebenso die Gefahr, abgetrieben zu werden, als eine mögliche Komponente in der Übertragung und ebenso in allgemeinen Syndromen, die herkömmlicherweise als postnatal verursacht angesehen werden, annehmen kann. Wenn solche Verbindungen nicht hergestellt werden, kann dies zu einer unbeendbaren oder unbefriedigenden Therapie führen. Hierzu werden 10 klinische Fallbeispiele darstellt.
Titel: Psychosomatic Aspects of Impending Premature Delivery
AutorIn(en): Rupert Linder
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 341-345
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Psychosomatische Aspekte der drohenden Frühgeburt
Zusammenfassung: In einer gynäkologisch-psychotherapeutischen Praxis liegt die Frühgeburtenrate seit 7 Jahren bei ca. 1%, davon wurden nur 2 von 700 Kindern früher als in der 36. SSW geboren. Unter der Annahme des wesentlichen Einflusses psychosomatischer Faktoren scheinen bei der drohenden Frühgeburt (DF) die auf das Ungeborene nach unten wirkenden Kräfte verstärkt zu werden. Bei Einsicht der werdenden Mutter ist jedoch durch unterstützende, lösungs- und konfliktorientierte Interventionen möglich, daß bei Entspannung der Mutter und Lösung der Konflikte sich die geburtshilflichen Befunde und das Befinden der werdenden Mutter deutlich verbessern. Als ergänzende medizinische Maßnahmen kommen phytotherapeutische, homöopatische Medikamente, das Arabin-Cerclagepessar und erstaunlich selten stationäre Krankenhausbehandlung, zum Einsatz.
Titel: Der intrauterine Mutterrepräsentant
AutorIn(en): Jenö Raffai
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 357-365
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Neuropsychologisch betrachtet ist die Mutter-Fötus Kommunikation viszeral-vegetativer Natur, was sich in Form von Empfindungen niederschlägt. Die Analyse der Körperempfindungen von schizophrenen Patienten führt in die intrauterine Lebenszeit zurück. Ein nachholender Differenzierungsprozeß, der in der ontogenetischen Entwicklung nicht stattgefunden hat, kann in Gang gesetzt werden. Daraus kann man die Folgerung ziehen, daß die Differenzierung der mütterlichen und der fötalen Körpergrenzen normalerweise in der intrauterinen Lebenszeit stattfindet. Bei Schizophrenen ist es aber nicht so: die Empfindungen für die fötalen Körpergrenzen haben sich nicht entfaltet. Deshalb erlebt der Patient den Mutterkörper als seinen eigenen. Eine entscheidende Phase in der therapeutischen Entwicklung ist das Erscheinen des intrauterinen Mutterrepräsentanten, der in Form von Körperempfindungen die unbewußten destruktiven, narzißtischen Selbstreproduktionsphantasien beinhaltet. Der intrauterine Mutterrepräsentant ist der Wurzelgrund aller späteren (extrauterinen) Objektbeziehungen.
Titel: "Das unwillkommene Kind und sein Todestrieb"
AutorIn(en): Ludwig Janus
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 367-377
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: An einem Beispiel aus der psychoanalytisch-psychotherapeutischen Praxis werden die behandlungstechnischen Schwierigkeiten bei Patienten, die primär ungewollt waren, geschildert. Die psychotherapeutische Situation ist leicht durch Reinszenierungen des Ungewolltseins und der Abstoßung gefährdet. Es kann zu destruktiven Verwicklungen und negativen therapeutischen Reaktionen kommen. Befunde aus der LSD-Selbsterfahrung und den Regressionstherapien belegen die grundsätzliche Bedeutung von Ungewolltsein in der Ätiologie von Neurosen, psychosomatischen Erkrankungen und dissozialen Entwicklungen. Empirische Beobachtungen und Untersuchungen unterstützen die Befunde der Praxis. Es wird die Hypothese ausgesprochen, daß sich in der Anfangszeit das Thema der Ungewolltheit durch psychodynamische Konstruktionen verdeckt wurde. Größeres Wissen und größere Sensibilität gegenüber dem vorsprachlichen Kind eröffnen mehr Möglichkeiten, die Bedeutung von Ungewolltheit für die psychische Entwicklung abzuschätzen. Psychohistorisch war Ungewolltheit wahrscheinlich eine größere kollektive Gegebenheit als heute. Dies wir in Zusammenhang gebracht mit dem Pessimismus der historischen Weltanschauungen. Die genannten Zusammenhänge unterstreichen die präventive Bedeutung der Eltern-Kind-Beziehungen für eine größere Demokratie- und Konfliktfähigkeit der Gesellschaft.
Titel: Weniger Geburtstraumen durch Doula-Begleitung. Eine alte Tradition neu entdeckt
AutorIn(en): Christina Hurst Prager
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 379-386
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Die positiven Resultate, wenn eine Gebärende von einer anderen Frau kontinuierlich begleitet wird, haben Drs. Kennel und Klaus und Frau Phyllis Klaus derart fasziniert und gefesselt, daß sie verschiedene Studien darüber angeregt haben. Sie nennen eine solche Geburtsbegleiterin, die eine Frau während der Geburt körperlich sowie emotional unterstützt, "Doula", was auf griechisch Dienerin der Frau bedeutet. Die weitreichenden positiven Folgen, nicht nur auf der körperlichen Ebene für Mutter und Kind, sondern auch auf der emotionalen und psychologischen, einschließlich der Beziehung zwischen dem Paar und der Familie scheinen eine Doula für jede Gebärende unabdingbar zu machen. Es stehen jedoch noch einige Hindernisse im Weg.
Titel: Riten des Übergangs in einigen östlichen Kulturen
AutorIn(en): Helga Blazy
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 3, 387-402
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Diese Arbeit beschäftigt sich mit einigen nicht-privilegierten Gesellschaften der Dritten Welt, wenn wir mit den Augen der ersten Welt sehen; gleichzeitig erscheinen sie im Blick der ersten Welt als besonders privilegierte Gesellschaften in dem Bereich, den wir in der ersten Welt als wenig entwickelt verstehen. Die westliche Imagination sieht oft ideale Schwangerschafts- und Geburtsbedingungen bei Gesellschaften der dritten Welt, die sie - wie z.B. die Känguruh-Methode - nachzuahmen trachtet. Gewiß existieren zuweilen beinah ideale Bedingungen des frühen Lebens, doch sie bestehen im inneren Raum dreier Partner und sind nicht mit Suggestion, Handgriffen oder Musikkassetten reproduzierbar, wie wir manchmal wünschen. Aber ein Paradies "somewhere over the ocean" gibt es auch nicht.
Ich möchte einige Überlegungen und Bilder vorstellen zu Weiblichkeit, zu Geburt und Tod, zum intrauterinen Raum und dem inneren Gespräch in Riten und Metaphern bei indischen Kulturen, bei den Chewong und den Temiar, zwei malaiischen Kulturen West-Malaysias, aus der javanischen und einigen anderen indonesischen Kulturen, den Konji und den Sa'dan Toraja, die beide auf Sulawesi leben, sowie Vorstellungen von den ostindonesischen Inseln Flores und Adonare und vom Tanimbar-Archipel in den Molukken bis hin zu zwei mikronesischen Kulturen.
Titel: Wilhelm Reich: Studies of Earliest Childhood
AutorIn(en): Morton Herskowitz
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 415-426
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Wilhelm Reich: Untersuchungen zur frühesten Kindheit
Zusammenfassung: Eine Folge von Reichs Betonung der Charakterstruktur bei der Behandlung von Patienten mit psychischen Störungen war die Entdeckung der Panzerung -- der körperliche Ausdruck emotionaler Unterdrückung. Das Wissen um die energie-bindende Funktion der Panzerung führte zwangsläufig zur Erkenntnis der bioenergetischen Grundlage menschlichen Krankseins. Dieser Prozeß kann schon im Uterus beginnen und übt seine stärksten Wirkungen in den allerersten Lebensjahren aus. Reich gründete das Orgonomic Infant Research Center, um den Ausbruch energetischer Fehlfunktionen am Lebensbeginn zu erforschen. Dieser Artikel berichtet über einige seiner Entdeckungen und über seinen Vorrang in vielen Bereichen der Neugeborenen-Forschung.
AutorIn(en): Athanassios Kafkalides
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 427-432
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Intrauterine Sicherheit: Die Ursache des Ödipus- und Elektrakomplexes bei zwei mit LSD 25 behandelten Patienten
Zusammenfassung: Der Artikel gibt die Erfahrungsberichte eines männlichen und eines weiblichen Patienten während LSD-Sitzungen, aus denen hervorgeht, daß ihre Fixierung an die Mutter auf den Wunsch nach einer Rückkehr in den Mutterleib zurückging. Die Sexualität war für beide ein Mittel, der Erfüllung dieses Wunsches so nahe wie möglich zu kommen. Kafkalides sieht in diesen Befunden eine klinische Erklärung für die Grundlagen des Ödipus- und Elektra-Komplexes.
Titel: "Derepression and Reprocessing": Food for Thought from a Patient
AutorIn(en): Paula M.S. Ingalls
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 433-450
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: "Aufhebung von Verdrängung und Wiederdurcharbeitung": Bedenkenswerte Anregungen von einem Patienten
Zusammenfassung: Aufhebung von Verdrängungen und Wiederdurcharbeiten sind transformierende therapeutische Entwicklungsprozesse mit dem spezifischen Ziel, körperliche, gefühlsmäßige, psychologische und philosophische Konflikte aus vorgeburtlichen und geburtlichen Traumen aufzulösen. Mechanische Geburtspraktiken können zu vorgeburtlichen und geburtlichen Verletzungen führen, die Entwicklungsstörungen auf verschiedenen Ebenen zur Folge haben können. Geistige und gefühlsmäßige Blockierungen werden ins Erwachsensein mitgenommen. Dies kann eine Neigung zu fundamentalistischen und fanatischen Einstellungen oder einem kindlichen Schwarz-Weiß-Denken führen, dem eine materialistische Philosophie "Macht ist recht" zugrunde liegt. Der seiner inneren Dynamik folgende Prozeß der Aufhebung von Verdrängungen und deren Wiederdurcharbeitung bewegt sich in Schichten von weniger Schmerzhaftem zu mehr Schmerzhaftem und von der Zeit vor, während oder nach zentralen Aspekten eines besonderen Traumas. Während der Aufhebung der Verdrängung ermöglicht die Evidenz von Körpergefühlen, Empfindungen, Gefühlen, kindlichen Verhaltensweisen und Gedanken eine Einsicht, die zur Verbalisierung führt und einem Wissen um vorher verdrängte vorgeburtliche und geburtliche Erinnerungen. Während des Prozesses des Wiederdurcharbeitens kommt es im gespaltenen Selbst allmählich zur Reintegration, zu einem vollständigen Menschen ohne Konflikten zwischen Körper und Geist, Gefühl und Handlung, und einem Aufhören der psychosomatischen Reaktionen. Die Wirkungen von vorgeburtlichen und geburtlichen Traumen auf nervale, chemische und elektrische Systeme des Gehirns werden diskutiert, wie ebenso das Vorhandensein eines organischen Gedächtnisses und das Wesen von Impulsivität.
Titel: Prenatal Themes in Rock Music
AutorIn(en): John C. Sonne
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 451-463
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Pränatale Themen in der Rockmusik
Zusammenfassung: Rockmusik ist ein zentraler und lebendiger Teil der Jugendkultur, wenn sie auch von manchen Erwachsenen geringschätzig behandelt wird. Wenn Künstler eine besondere Sensibilität für die Kultur ihrer Zeit haben und Gefühle und Gedanken ausdrücken können, die andere nur schemenhaft wahrnehmen oder kaum ausdrücken können, dann verdient die Tatsache besondere Beachtung, daß pränatale Themen in einem größeren Teil dieser Musik eine hervorragende Rolle spielen. Wenn Rockmusik ein so breites Publikum von jungen Menschen in der ganzen Welt anspricht, läßt sich vermuten, daß sie eine sehr sensible Seite berührt, die mit universellen urtümlichen Bedürfnissen nach körperlichem und psychischem Überleben zu tun hat. Die Lieder können als Botschaften aus dem Mutterleib verstanden werden, die Verzweiflung ausdrücken und ebenso Wünsche nach Regression, Wünsche nach einem Aufhalten der Entwicklung auf einem pränatalen Niveau, Ängste, abgetrieben zu werden, Wünsche, sich oder andere umzubringen, und eine Trauer über den Verlust des vorgeburtlichen Lebens. Der sorgfältige Zuhörer wird in diesen Liedern Worte hören, die kaum durch den unaufhörlichen Rockrhythmus hindurch zu verstehen sind, wie "Bevor wir geboren waren, klopfte jemand an die Tür. Es gibt für Dich keinen Platz hier, bleib wo Du bist" oder "Wenn Du mich nur noch ein wenig in Bewegung hältst, Mama, bis ich an das Ende dieses Tunnels komme" oder "Da gibt es einen Platz für das Baby, das starb" oder "Ich fühle, daß der Kampf ums Überleben immer wirklich ist. Ich kann es nicht glauben, da gibt es nichts zu verhandeln, es ist ein legaler Mord".
Titel: Am Ursprung der seelischen Welt Initiationsmuster und therapeutischer Prozeß
AutorIn(en): Ralf Bolle
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 479-502
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Psychotherapeutische Prozesse werden im Kontext früher Übergangserfahrungen gesehen und deren Abbildung im Erleben einer Erwachsenen untersucht. Dabei erweist sich die Vorstellung eines archtypischen Musters der Initiation als therapeutisch sehr fruchtbar, da sich so polare psychische Inhalte der persönlichen und der transpersonalen Erfahrung sinnvoll in Bezug zueinander setzen lassen. Die psychoanalytische Behandlung einer Adoleszentenkrise wird unter diesen Gesichtspunkten diskutiert und an Hand von Bildern aus der Therapie dargestellt.
AutorIn(en): Dorothea Fuckert
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 503-518
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Man kann frühkindliche Störungen auch als posttraumatisches Streßsyndrom auffassen. Jedes psychische Trauma manifestiert sich gleichzeitig physisch und energetisch. Frühkindliche Traumata stören das Energiefeld und den Energiefluß auf spezifische Weise. Es kommt zu Veränderungen von Muskulatur, Bindewegewebe und Knochenbeweglichkeit. Der emotionale Ausdruck wird eingeschränkt und fixiert, erkennbar z.B. an dissoziiertem Blick und gestörtem Augenkontakt. Die spezifische und schwerwiegendste pathophysiologische Auswirkung ist eine sensorisch-perzeptive Spaltung mit nachfolgender Entwicklungsstörung von Ich-Identität, Emotionalität, zwischenmenschlichen Beziehungen und Erfahrung von Welt -- typisch für alle Psychosen, Borderline-Strukturen und dissoziativen Störungen. Die Behandlung besteht im Abbau der funktionellen Spaltung zwischen Wahrnehmung und Empfindung, d.h. auch zwischen Kopf und Körper. Aufbau eines einheitlichen Empfindens, Integration und Nachreifung sind notwendig. Mit der systematischen, energetischen Körperpsychotherapie Wilhelm Reichs, kombiniert mit Craniosacralbehandlung und den SomatoEmotional ReleaseTechniken John Upledgers, werden in der Psychotherapie -- wenn Zeit, Patient und Therapeut dafür reif sind -- frühe Traumata aus Prä- und Peri- und Postnatalperiode wiedererlebt. Auf der Basis des Mutter-Kind-attunement, über Berührung, Körpersprache, mimische Interaktion und spontanen emotionalen Entäußerungen lassen sich diese Traumata verarbeiten und auflösen. Dadurch erfolgt eine tiefe und nachhaltige Restrukturierung.
Titel:Erlebnisgedächtnis, Wiedererleben und posttraumatische Störungen
AutorIn(en): Siegfried Petry
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 519-532
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Zunächst wird das bei verschiedenen Anlässen beobachtbare Phänomen des Wiedererlebens dargestellt und es werden seine zahlreichen Komponenten beschrieben. Aufgrund vielfältiger Beobachtungen wird Wiedererleben charakterisiert als neuerliches Wahrnehmen der Sinneseindrücke in einer früher erlebten Situation und Reproduktion des Zustands des Organismus zur damaligen Zeit. Dies führt zur Annahme der Existenz eines "Erlebnisgedächtnisses", das sich deutlich vom kognitiven Gedächtnis abgrenzen läßt, unabhängig von diesem arbeitet und offenbar eine entwicklungsgeschichtlich sehr alte, nicht-kognitive Form von Gedächtnis ist und auch bei Tieren nachgewiesen werden kann. Auf der Basis dieser Hypothese ist das Wiedererleben ein organismisch ganzheitliches, nicht-kognitives Gegenstück des kognitiven Erinnerns. Die Hypothese ermöglicht die Erklärung verschiedener schon längst bekannter Phänomene wie Eidese, außergewöhnliche Gedächtnisleistungen, Absolutes Gehör, akustische Wahrnehmungen unter Narkose, Klassisches und Operantes Konditionieren, Generalisierung bei Konditionierungen, bei Panikstörung und Phobien. Sie erklärt die Entstehung Posttraumatischer Belastungsstörungen, Phobien und Zwangsstörungen, gewisser Formen der Depression und anderer psychischer und psychosomatischer Störungen durch situativ angeregtes Wiedererleben früherer traumatischer Erfahrungen, deren Inhalte im Erlebnisgedächtnis gespeichert worden waren. Durch "Begleitetes Systematisches Wiedererleben", einem vom Verfasser entwickelten Verfahren, können solche Störungen behoben werden. Das Verfahren wurde mit Erfolg auch bei der Behandlung von Kleinkindern und Säuglingen erprobt.
Titel: Einbeziehung der Eltern Frühgeborener in Pflege und Entscheidungen
AutorIn(en): Friedrich Porz
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 8 (1996) No. 4, 533-539
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: In den letzten Jahren wurde erkannt, daß eine optimale psychosoziale Betreuung Frühgeborener ebenso wichtig ist wie die kompetente intensivmedizinische Versorgung. Hierzu gehören die möglichst häufige und lange Anwesenheit der Eltern bei ihrem Kind, ein enger körperlicher Kontakt von Kind und Eltern (Streicheln, "Känguruhen") und Teilnahme der Eltern an der Pflege ihres Kindes. Ärztliches und Pflegepersonal sollten Unruhe, Stress und Schmerzen des Kindes vemeiden. Ernährung des Frühgeborenen durch die Milch seiner Mutter, sei es durch direktes Stillen oder Füttern abgepumpter Milch, ist zu fördern. Grundsätzlich sollte die Intensivmedizin auf das erforderliche Minimum reduziert, die liebevolle Zuwendung auf das mögliche Maximum gesteigert werden. Die Eltern sind in alle wichtigen Entscheidungen einzubeziehen. Dies gilt insbesondere auch für ethische Entscheidungen. So entscheiden Eltern mit, ob bei extrem unreifen Frühgeborenen eine maximale Intensivbehandlung begonnen oder bei zu erwartendem Tod oder schwerster Behinderung die Behandlung beendet werden soll. Ist der Tod eines Kindes zu erwarten, so sollte es, wenn möglich, in den Armen der Eltern sterben. Dem Personal kommt die wichtige Aufgabe der Begleitung der Eltern während des Trauerprozesses zu. Selbsthilfegruppen haben sich als äußerst hilfreich in der Begleitung und Unterstützung von Familien mit Frühgeborenen gezeigt.
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Letzte Änderung am: 18. Jan. 1997 von A.Bischoff