Titel: Birth and Violence
AutorIn(en): Thomas R. Verny
AutorIn(en): Elvidina N. Adamson-Macedo, Aine de Roiste,
Ann Wilson, Julie A. Hayes, Beverley Eaton, and F. A. De Carvalho
Titel: Prematurity and Infants' Neuromotor Development: Some Considerations
AutorIn(en): Joseneide L. Alves Attree and Elvidina N.
Adamson-Macedo
AutorIn(en): Joseneide L. Alves Attree and Elvidina N.
Adamson-Macedo
AutorIn(en): Ricarda Müssig
AutorIn(en): Mario Scardino, Michela Barbato, Gudrun Rudolph
und Lucio Zichella
AutorIn(en): Birgit Berens und Christian Büttner
Titel: Todesbilder als Lebenszeichen - Kunsttherapie und Geburtserfahrung
AutorIn(en): Klaus Evertz

AutorIn(en): Thomas R. Verny
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 5-15
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Geburt und Gewalt
Zusammenfassung: Viel Vernachlässigung, Zurückweisung, Erniedrigung,
Mißhandlung und sexueller Mißbrauch ist nötig, damit aus
einem kleinen zutraulichen und unschuldigen menschlichen Wesen ein abgestumpfter,
grausamer und bösartiger Jugendlicher und Erwachsener wird. Dieser
Artikel untersucht einige der Faktoren, die zur Entwicklung einer gewalttätigen
Persönlichkeit beitragen. Meine Meinung ist, daß die Antwort
auf Straßengewalt nicht Staatsgewalt sein kann, sondern bewußte
Elternschaft, die durch die sozialen Institutionen, Gesetze und Regelungen
unterstützt wird, die die Bedürfnisse der werdenden Eltern berücksichtigen,
insbesondere von den sozial benachteiligten.
Titel: Systematic Gentle/Light Stroking and Maternal Random Touching of Ventilated Preterms: A Preliminary Study
AutorIn(en): Elvidina N. Adamson-Macedo, Aine de Roiste, Ann Wilson, Julie A. Hayes, Beverley Eaton, and F. A. De Carvalho
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 17-31
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Systematisches zartes/leichtes Streicheln und mütterliche Berührungen bei beatmeten Frühgeborenen: Eine vorläufige Untersuchung
Zusammenfassung: Das Berühren von künstlich beatmeten Frühgeborenen,
sei es nun systematisch oder unsystematisch, ist ein kontroverses Thema.
Der Vergleich zwischen systematischem und zufälligem Berühren
von solchen Kindern hat bis jetzt wenig Aufmerksamkeit gefunden. Ein stärkeres
Absinken der Sauerstoffsättigung kann für die Gesundheit des
Kindes nachteilig sein, und es wurden und werden regelmäßig
Studien mit dem Ergebnis veröffentlicht, daß es während
der allgemeinen Handling-Prozedurenvorzubeugen, die Hirnschäden zur
Folge haben können. Die unmittelbaren Auswirkungen von TAC-TIC-Therapie
(Touching and Caressing, Tender in Caring) (Therapie durch Berührung,
Streicheln und zärtliche Fürsorge) und intuitive Berührungen
durch die Mutter (19 Sitzungen von jeder Zuwendungsform) auf die physiologischen
Meßwerte der transkutanen Sauerstoffsättigung (Tc PO2) bei Hochrisiko-Frühgeburten
unter künstlicher Beatmung wurden in dieser Studie untersucht. In
einem Krankenhaus im Süden Londons wurden alle frühgeborenen
Kinder (7 Mädchen, 4 Jungen), die an die MARY 3-Computer-Monitor-Einheit
angeschlossen waren, über drei Monate mit Zustimmung der Ärzte
und Eltern untersucht. Es wurde ein Untersuchungsdesign mit bestimmten
Zeiteinheiten angewandt, um die Sauerstoffsättigung vor, während
und nach den Interventionen zu beobachten. Dabei wurde eine signifikante
Abnahme der Sauerstoffsättigung während der mütterlichen
Berührungen beobachtet. Im Gegensatz hierzu zeigte sich während
der TAC-TIC-Therapie ein leichter Anstieg, der aber nicht signifikant war.
Bei einer veränderten Auswertung ergaben sich keine signifikanten
Differenzen zwischen TAC-TIC-Therapie und mütterlich intuitiven Berührungen
während der drei Phasen. Die Autoren folgern vorsichtig, daß
die TAC-TIC-Therapie, wie sie in dieser Untersuchung verwandt wurde, sich
nicht nachteilig auf die Sauerstoffsättigung auswirkt. Es wird vorgeschlagen,
daß die Wirkungen der mütterlich-intuitiven Berührungen
weiter untersucht werden sollten.
Titel: Prematurity and Infants' Neuromotor Development: Some Considerations
AutorIn(en): Joseneide L. Alves Attree and Elvidina N. Adamson-Macedo
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 33-43
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Frühgeburtlichkeit und die Entwicklung der Motorik und Steuerungsfähigkeit des Kindes: Einige Überlegungen
Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der
Frage, ob Frühgeburtlichkeit an sich das spätere Verhalten des
Kindes bestimmen kann, insbesondere im Hinblick auf die motorische Steuerungsfähigkeit.
Eine Übersicht über die hierher gehörigen Untersuchungen
wird gegeben, wobei auf einige kontroverse Befunde eingegangen wird. Der
Einfluß von äußeren Faktoren, die für eine günstige
motorische Entwicklung des Kindes wichtig sind, wird reflektiert. Dabei
sind besonders das Schwangerschaftsalter und die familiäre Umgebung
von Bedeutung. Besonders betrachtet wird auch die systematische taktile
Stimulation bei frühgeborenen Babys, da die Annahme besteht, daß
sie ein möglicher Grund für eine bessere Entwicklung der Motorik
und Steuerungsfähigkeit des kleinen Kindes ist. Ein anderer Aspekt
der Diskussion in diesem Beitrag ist die Annahme, daß mit der Frühgeburtlichkeit
bestimmte Züge im Temperament verbunden sind. Dabei wird im einzelnen
die Subjektivität der Bewertungen des Temperaments durch die Eltern
diskutiert.
Titel: Looking at the Pre-Adolescents' and Adolescents' Verbal and Physiological Responses to Birth-Related Stimulus: A Pilot Study
AutorIn(en): Joseneide L. Alves Attree and Elvidina N. Adamson-Macedo
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 45-57
Sprache des Artikels: Englisch
Deutscher Titel: Die Untersuchung der verbalen und physiologischen Reaktionen von Präadoleszenten und Adoleszenten auf geburtsbezogene Stimuli: Eine Pilotstudie
Zusammenfassung: Die vorliegende Studie beabsichtigt, die Vorstellungen
vor Präadoleszenten und Adoleszenten von ihrer Geburt zu untersuchen.
Die Daten wurden bei 9 Mutter-Kind Dyaden erhoben. Die Daten der Mütter
stammen aus einem Interview und die Daten der Präadoleszenten und
Adoleszenten aus einem Interview und aus Erzählungen zu einem 10-Bilder-Set
und Pulsfrequenzmessungen. Bei dieser Untersuchung wurde ein Codierungssystem
für die Vorstellungen von der Geburt (MRD) entwickelt, um eine Analyse
der Erzählungen der Präadoleszenten und Adoleszenten zu dem 10-Bilder-Set
zu analysieren. Die Erzählungen wurden codiert und mit Variablen aus
den Interviews der Mütter und der Präadoleszenten und Adoleszenten
korreliert. Obwohl die Ergebnisse keine signifikanten Korrelationen zwischen
den Interviews der Mütter und der Präadoleszenten und Adoleszenten
ergaben, zeigten sich signifikante Korrelationen zwischen den Interviews
der Mütter und den Darstellungen in den Geschichten der Präadoleszenten
und Adoleszenten. Die Ergebnisse geben auch Hinweise, daß die Daten
aus den Interviews der Präadoleszenten und Adoleszenten mit der Darstellung
in den Geschichten korrelieren. Das Geschlecht der Präadoleszenten
und Adoleszenten scheint keine irgendwie signifikante Rolle zu spielen.
Die Pulsfrequenzmessungen während der Untersuchungen zeigten einen
gemeinsamen Trend. Das Codierungssystem für die Geburtsvorstellungen
kann nützlich zur Untersuchung solcher Vorstellungen sein, insofern
es spezifische Gefühlsprojektionen mit Bezug auf die Geburt und das
Befinden bei der Geburt bei Präadoleszenten und Adoleszenten erfassen
kann.
Titel: Mutterschema, Rivalenschema und ethogenetische Regel. Die drei Phasen der pränatalen psychischen Entwicklung von Stimmungen, der Vorformen innerer Objekte und einiger Persönlichkeitsstörungen
AutorIn(en): Ricarda Müssig
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 65-87
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Da wir psychische Entwicklung als in Stufen organisiert
betrachten, schien die Frage legitim, ob dies auch für die pränatale
psychische Entwicklung gelte. Daher wurden Ergebnisse aus Ethologie, Phylogenese
und der Analyse kindlicher Menschzeichnungen in Phasen der somatischen
Embryogenese integriert. Kopffüßlerzeichnungen bilden das Mutterschema
ab (das Gegenstück zum Kindchenschema), welches bei Primatenjungen
Anklammerverhalten und die Stimmung des Urvertrauens auslöst. Dies
jedoch stellt nur eine der Aufgaben des phylogenetisch alten Frontalen
Tierschemas (FTS) dar, welches ursprünglich die Funktion hatte, vor
Feinden (Rivalen, Raubtieren) zu warnen. Da die biogenetische Regel in
ihrer von mir modifizierten Form als ethogenetische Regel auch für
Verhalten gilt, sollten wir in der pränatalen Entwicklung die gleiche
Abfolge finden wie in der Phylogenese. Das Schließen der Augenlider
im dritten 3. und ihr Wiederöffnen am Ende des fünften Monats
liefert uns drei Phasen der pränatalen Ontogenese, die wir mit entsprechenden
Phasen der Phylogenese parallelisieren können: Sehendes Urmißtrauen
(einschließlich Reptilien), blindes Urvertrauen (Insektivoren, Prosimiae)
und sehendes Urvertrauen (höhere Primaten). Rivalenschema und Mutterschema
bilden die langgesuchten präformierten inneren Objekte der Psychoanalyse,
den eigentlichen Kern der Archetypen Jungs und den Archetyp der guten Gestalt.
Mögliche Zusammenhänge zwischen seelischen Belastungen schwangerer
Frauen, der Entwicklungsphase des ungeborenen Kindes und einiger später
auftretenden Persönlichkeitsstörungen (z.B. frühkindlicher
Autismus) werden diskutiert.
Titel: Die Selbsthypnose und Hypnogruppenanalyse zur intrauterinen Beziehungsaufnahme und Vermeidung fetaler psychosomatischer Störungen
AutorIn(en): Mario Scardino, Michela Barbato, Gudrun Rudolph und Lucio Zichella
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 89-97
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Es ist bekannt, daß viele Krankheitsbilder einen
psychosomatischen Ursprung haben können. Unser Ziel ist es, die Verbindung,
die zwischen den Symptomen und unbewußten Prozessen existiert, aufzufinden
und spürbar werden zu lassen. Unsere Erfahrung zeigt, daß die
Art der Mutter-Kind-Beziehung das Wohlbefinden beider beeinflußt
und daß sich in diesem besonderen Lebensabschnitt die Gelegenheit
zur tiefgreifenden Vorsorge für Mutter und Kind ergibt. Die Aufmerksamkeit,
die wir der intrauterinen Beziehungsaufnahmefür das kindliche Entwicklungsschicksal
sowie für den Umgang mit deren Niederschlag im Rahmen alltäglicher
sozialpädagogischer Betreuungsarbeit eines verhaltensauffälligen
6jährigen Jungen in einer Kindertagesstätte wird in Form von
Fallvignetten (szenischen Schilderungen) beschrieben. Die in diesem Rahmen
entstandenen Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse während
der Anfangsphase sind Material einer auf die perinatale Bedeutung der Inszenierungen
bezogenen Interpretation. Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit ihnen,
die Annahme der regressiven Wünsche des Jungen durch die Betreuerin
und die damit möglich gewordene korrigierende Erfahrung haben zu einem
heilenden Entwicklungsverlauf geführt.
Titel: Pappkarton und Kugelkiste. Zur Wiederbelebung perinataler Erfahrungen am Beispiel einer heilpädagogischen Betreuung eines 6jährigen verhaltensauffälligen Kindes
AutorIn(en): Birgit Berens und Christian Büttner
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 99-113
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Die Bedeutung perinataler Lebenserfahrungen für
das kindliche Entwicklungsschicksal sowie für den Umgang mit deren
Niederschlag im Rahmen alltäglicher sozialpädagogischer Betreuungsarbeit
eines verhaltensauffälligen 6jährigen Jungen in einer Kindertagesstätte
wird in Form von Fallvignetten (szenischen Schilderungen) beschrieben.
Die in diesem Rahmen entstandenen Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse
während der Anfangsphase sind Material einer auf die perinatale Bedeutung
der Inszenierungen bezogenen Interpretation. Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung
mit ihnen, die Annahme der regressiven Wünsche des Jungen durch die
Betreuerin und die damit möglich gewordene korrigierende Erfahrung
haben zu einem heilenden Entwicklungsverlauf geführt.
Titel: Todesbilder als Lebenszeichen - Kunsttherapie und Geburtserfahrung
AutorIn(en): Klaus Evertz
Veröffentlicht in: ISPPM-Zeitschrift Vol. 9 (1997) No. 1, 115-133
Sprache des Artikels: Deutsch
Zusammenfassung: Der Artikel versucht eine Annäherung an die Frage
nach den ontologischen Funktionen von Bild und Farbe in elementarer phänomenologischer
Perspektive. Durch die Erörterung der Abbild- und Symbolfunktion von
Bildern aus erkenntnistheoretischer Sicht wird die These aufgestellt, daß
die Herkunft innerer Bildvorstellungen und deren äußere Sichtbarmachung
und -wertung in Malereibildern, Traumbildern, Halluzinationen etc. nur
mit einem pränatalen Bild- und Farbbegriff deutlicher erklärbar
werden. Dieser wiederum sollte nur in Zusammenhang mit einem synästhetischen
Wahrnehmungskontinuum in pränataler Zeit gedacht werden. Daraus ergeben
sich weitreichende Fragestellungen für einen entwicklungspsychologischen
Bewußtseinsbegriff und darüber hinaus für die Kunsttheorie.
Exemplifiziert wird die These an einer stark verkürzt dargestellten
vierjährigen Kunsttherapie einer depressiven Klientin.

Letzte Änderung am: 6. Juni 1997 von A.Bischoff