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Die Diplom-Psychologin Renate Hochauf und die Ärztin Natascha Unfried haben ein neues Verfahren der systematischen therapeutischen Bearbeitung früher präverbaler Traumatisierungen entwickelt, das in kreativer Weise Imagination, Psychoanalyse und Psychotraumatologie integriert. Das neue Verfahren erlaubt erstmals, die psychotraumatologisch-psychotherapeutische Bearbeitung auch frühester vorsprachlicher Traumatisierungen, was bisher so noch nicht möglich war. Eines der Prinzipien ist die Beachtung der Parallelität von Übertragung der traumatischen Beziehungserfahrung und therapeutischer Realbeziehung, wodurch ein konstruierter "Ersatzzwischenraum" entsteht, in dem der regressive Prozess erfolgt. Insbesondere auch bei Kindern hat sich der neue Behandlungsansatz in erstaunlicher Weise bewährt. Dieser neue Ansatz ist für die praktische Arbeit des Psychoanalytikers und Psychotherapeuten ungemein lehrreich, weil er erlaubt, den traumatischen Störungsanteil in ganz neuer Klarheit zu identifizieren und einer therapeutischen Bearbeitung zugänglich zu machen. |
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Zeit: |
Samstag, 15.04.2000, 10.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 18.00
Uhr |
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Ort: |
Institut für Gruppenanalyse, Märzgasse 5, 69117 Heidelberg |
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Kosten: |
DM 250,-- / ISPPM-Mitglieder DM 200,-- |
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Anmeldung |
Durch Überweisung der Seminargebühr bis 08.04.2000 auf das Konto des Institutes für Pränatale Psychologie - Kennwort "Wochenendseminar", Sparkasse Heidelberg, Kto.-Nr. 42 64 177, BLZ 672 500 20. |
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Information |
Julitta & Axel Bischoff, Friedhofweg 8, 69118
Heidelberg |
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Literatur:
Hochauf R (1999) Imaginative Psychotherapie bei frühtraumatisierten Patienten.
Unfried N (1999) Erfahrungsbilanz der Behandlung von Kindern mit Prä- und perinatalen Traumen.
International Journal of Prenatal and Perinatal Psychology and
Medicine. Dezember-Heft 1999 (11/4) Mattes Verlag Heidelberg (im
Druck).
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Die Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie geben wesentliche Einblicke in stressphysiologisch-psychobiologische Aspekte. Bedeutsame theoretische Anregungen für das Struktur- und Entwicklungsverständnis struktureller Defizite lassen sich in den neueren Ergebnissen der Säuglingsforschung und der Pränatalen Psychologie finden. Präverbale Methoden gewinnen an Bedeutung. Dieses methodische Anliegen scheint sich besonders im Abbildungsspektrum imaginativer Qualitäten zwischen bewusstseinsnaher Vorstellung, symbolischer Erfahrungsverdichtung und präsymbolisch-situativer Abbildungsqualität zu verwirklichen.
Die vorgestellten therapeutischen Erfahrungen orientieren sich an einer prinzipiell frühen Genese struktureller Störungen. Ausgehend von den Fähigkeiten des frühen Selbst zu ganzheitlich-amodaler Wahrnehmung, zu Realitätsverankerung und situativ-interpersoneller Erfahrungsspeicherung, werden Spaltungsphänomene als Artefakte traumatischer Einwirkung verstanden. Traumatische Erfahrungen bleiben aus dem Symbolisierungsprozess ausgeschlossen, ihre innere Repräsentation scheint dissoziiert, situativ-konkretistisch und episodisch zu verbleiben. Sie sind durch Triggerreize reaktivierbar, da sie an den zum Trauma gehörigen Stresszustand gekoppelt sind. Sie bleiben im situativen Kontext gefangen und generalisieren sich wie die Ursprungserfahrung. Die diesen Repräsentanzen zugehörigen Übertragungen aus (situativ-traumatischer) Beziehungserfahrung können dann ebenfalls nur präsymbolischer Natur sein. Für sie ist im Rahmen der therapeutischen Interaktion ebenfalls ein Analogieaffekt anzunehmen.
Um ein Arbeitsbündnis zu
etablieren, das die Parallelität von Übertragung und
therapeutischer Realbeziehung garantieren soll, muss zunächst am
quasi symbolischen, kompensatorischen Übertragungsmodus der
Identifikation mit dem Aggressor angeknüpft werden. Es entsteht
ein konstruierter "Ersatzzwischenraum", in dem der
regressive Prozess erfolgt. Die Reaktivierung des Materials, welches
der Rekonstruktion dient, erhält über die
Rahmenkonstruktion eine im Außen verankerte Zeitachse. Im Laufe
der allmählichen situativen Rekonstruktion verstärkt sich
parallel zum Fortschreiten der episodischen Rekonstruktion die
dazugehörige traumabezogene Übertragungsinteraktion. Je
mehr sich der Prozess dem Abschaltpunkt der traumatischen Szene
annähert, nehmen die analogen Übertragungen
Widerstandscharakter an (Beziehungsabwehr). Ein Herausführen aus
dieser Konstellation gelingt über den Versuch einer perzeptiven
Bezogenheit von Therapeut und Patient im Jetzt und damit einer
Trennung zum perzeptiven Früher im konkreten situativen Kontext.
Die Zunahme so entstehender autonomer Selbstanteile des Patienten
führen zu einer Kontrasterfahrung, die schmerzliche Erfahrungen
des Früher wahrnehmbar werden lassen und Spaltungen lösen.
Die zunehmend belebten traumatischen Erfahrungen könnten als
beendet erlebt und über intensive Trauerarbeit in das
interpersonelle Erfahrungsspektrum integriert werden. So bekommen die
traumatischen Beziehungserfahrungen Kontakt zu den übrigen
Anteilen der Struktur.
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Dr. Dipl.-Psych. Renate Hochauf |
Dipl.-Med. Natascha Unfried |
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Friedrich-Ebert-Straße 11 |
Lutherstraße 13 |
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04600 Altenburg |
09224 Grüna |
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Letzte Änderung am: 20.Februar 2000 von A.Bischoff