Das Wiener Symposium 2001 über die Bedeutung der frühesten Kindheitsphasen für das spätere Leben und die Gesellschaft
Im Juni 2001 organisierten die Wiener Akademie für die Zukunft und das japanische Movement to Nurture Warmheartedness unter der Leitung von Prinz Alfred von Liechtenstein und Kenzo Kassai als vorbereitende Konferenz für den Weltkindergipfel ein wissenschaftliches Symposium namens Peace in Motion über die Bedeutung der frühesten Kindheitsphasen für das spätere Leben und die Gesellschaft. Ludwig Janus, der Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für pränatale und perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM) lud Experten der frühesten menschlichen Entwicklung dazu ein, in kurzen Stellungnahmen die Prägefaktoren zu beschreiben, die die frühe Entwicklung von der vorgeburtlichen Zeit bis hinein in die ersten Lebensjahre beeinflussen, mit besonderem Augenmerk auf die pränatale Phase und die Zeit unmittelbar während und nach der Geburt. Diese Stellungnahmen wurden anschließend erörtert und die wichtigsten Punkte in der nachfolgenden Resolution zusammengefasst. Ein erklärender Kommentar und die Stellungnahmen der Experten finden sich in der englischsprachigen Tagungsdokumentation, die über das Sekretariat der ISPPM, Friedhofweg 8, 69118 Heidelberg, bezogen werden kann.
Das menschliche Leben beginnt in der Gebärmutter. Dies bedeutet, das menschliche Dasein einschließlich des persönlichen, psychischen und Beziehungslebens beginnt vollständig vor der Geburt. Das Fundament unserer grundlegenden Gefühle von Sicherheit und Vertrauen wird während dieser Periode gelegt. Es ist von besonderer Bedeutung, dass die Gesellschaft werdende Eltern darin unterstützt, ihrem Kind die für seine Entwicklung erforderliche Liebe zu geben. Das Elternsein beginnt ab dem Bewusstwerden des Kinderwunsches, spätestens aber zum Zeitpunkt der Empfängnis. Dies ist der Ausgangspunkt der Beziehung der Eltern mit ihrem Kind.
Die wissenschaftliche Beobachtung hat den Nachweis einer das vorgeburtliche und das nachgeburtliche Leben überspannenden Kontinuität der Entwicklung erbracht. Diese frühen Erfahrungen beeinflussen ganzheitlich die Entwicklung des heranwachsenden Kindes. Die Grundstrukturen unseres Zentralnervensystems werden durch die Interaktion unserer Gene mit den frühen Entwicklungsfaktoren ausgestaltet. Das Band zwischen den Eltern und dem Kind in der Gebärmutter ist einer dieser Faktoren. Es bildet die Grundlage für die Entstehung späterer Bindungen. Von den Eltern nicht zu bewältigender Stress kann schädigende Auswirkungen auf das Kind haben. Folglich können ungeborene Kinder auf viele Arten geschädigt werden und jede Anstrengung sollte unternommen werden, um ihnen eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Die Grundwerte einer Gesellschaft werden an das Kind durch seine Erfahrungen in der frühesten Lebensphase weitergegeben.
Diese Ratschläge richten sich an alle Mitglieder der Gesellschaft auf der ganzen Welt. Insbesondere jedoch wenden wir uns an das Gesundheitswesen, öffentliche Einrichtungen, Bildungsministerien, Lehrer, Politiker, Mitglieder der Wirtschaft und Ärzte, insbesondere Geburtshelfer und Gynäkologen, Hebammen, Psychologen, Psychotherapeuten und alle in der Kulturwissenschaft tätigen.
Einige Anregungen für werdende Eltern
PEACEinMOTION
The Scientific Council Symposium
Schloss Schönbrunn, 19. Juni 2001
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Die komplette Wiener Resolution (als pdf-Datei 880 kB)
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